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Viele denken bei Trauma an Unfälle oder schwere Schicksalsschläge.
Viele Menschen wissen nicht, dass eine schwere Diagnose wie Krebs, ein langer Krankenhausaufenthalt, eine Zeit auf der Intensivstation, eine Beatmung oder auch eine Sepsis nicht nur den Körper massiv belasten und tiefe Spuren hinterlassen, sondern dass genau diese Erfahrungen, in denen Angst, Kontrollverlust, Hilflosigkeit und das Gefühl des Ausgeliefertseins oft über Wochen oder Monate zum Alltag gehören, sehr häufig auch eine ausgeprägte Trauma-Symptomatik nach sich ziehen, die weit über das hinausgeht, was von außen sichtbar ist.
Sepsis ist, wenn die Krankheit vorbei ist, die Folgen aber bleiben.
Eine überstandene Sepsis bedeutet oft nicht, dass alles wieder so ist wie vorher.
Viele Betroffene kämpfen mit Spätfolgen, die Körper und Seele betreffen.
Auch Angehörige stehen häufig vor großen Herausforderungen.
Seelische Folgen
(PTBS – Posttraumatische Belastung)
Nach einer lebensbedrohlichen Krankheit können Ängste, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder Reizbarkeit auftreten.
Manche Betroffene ziehen sich zurück oder fühlen sich von ihrem Umfeld nicht verstanden.
Auch Beziehungen können darunter leiden.
Wichtig: Diese Beschwerden sind keine Schwäche, sondern eine Reaktion auf extreme Belastungen.
Körperliche Folgen
Schmerzen können lange anhalten und sollten ärztlich abgeklärt werden.
Durchblutungsstörungen:
Im schlimmsten Fall kann es zu Amputationen kommen.
Gewichtsverlust:
Viele Patienten verlieren stark an Gewicht, auch nach dem Krankenhausaufenthalt.
Nerven- und Muskelschäden:
Schwäche, Lähmungsgefühle, Probleme beim Bewegen oder Schlucken sind möglich. Manche Beschwerden bessern sich, andere bleiben bestehen.
Gedächtnis und Konzentration
:
Nach einer Sepsis kann das Denken langsamer werden. Viele Betroffene berichten von Konzentrationsschwäche, Problemen beim Merken oder verminderter geistiger Belastbarkeit.
Das macht den Alltag schwerer, ist aber eine häufige Folge und kein Einzelfall. All diese Themen sind belastend für die Betroffenen genauso wie für ihre Familien.
Darum wollen wir gemeinsam hinschauen und Wege aufzeigen, wie man mit diesen Folgen leben und wieder mehr Lebensqualität finden kann.
"Umgang mit Trauma in der Pflege für Betroffene und Angehörige“
Eine überstandene Sepsis bedeutet oft nicht, dass danach alles wieder so ist wie vorher.
Eine überstandene Sepsis bedeutet oft nicht, dass danach alles wieder so ist wie vorher.
Auch Angehörige stehen häufig vor großen Herausforderungen.
Nach einer lebensbedrohlichen Erkrankung können starke seelische Belastungen auftreten. Dazu gehören Ängste, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder Reizbarkeit.
Manche Betroffene ziehen sich zurück oder fühlen sich von ihrem Umfeld nicht verstanden. Auch Partnerschaften und familiäre Beziehungen können darunter leiden.
Diese Beschwerden sind keine Schwäche, sondern eine normale Reaktion auf eine extreme Belastung. Häufig handelt es sich um Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS).
Starker Gewichtsverlust bleibt bei vielen Betroffenen auch nach dem Krankenhausaufenthalt bestehen.
All diese Folgen belasten nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch ihre Familien und Angehörigen. Deshalb ist es wichtig, offen darüber zu sprechen, Unterstützung anzunehmen und gemeinsam Wege zu finden, mit den Veränderungen zu leben und wieder mehr Lebensqualität zu gewinnen.
Plötzliche Erschöpfung, anhaltende Müdigkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, innere Unruhe, das Gefühl, nicht mehr richtig im eigenen Leben anzukommen, oder auch das Empfinden, irgendwie nicht mehr der Mensch zu sein, der man vor all dem einmal war, sind nicht selten keine Zeichen von Schwäche, fehlender Disziplin oder mangelndem Willen, sondern oft Ausdruck eines Nervensystems, das noch immer im Überlebensmodus festhängt, obwohl die akute medizinische Krise vielleicht längst vorbei ist.
Der Körper vergisst nicht, was er durchlebt hat, denn er speichert nicht nur Schmerzen, Eingriffe, Diagnosen und lange Nächte voller Angst, sondern auch das ständige Gefühl von Unsicherheit, von Ausgeliefertsein und von existenzieller Bedrohung, und genau deshalb reicht es oft nicht aus, wenn Menschen gesagt wird, sie müssten jetzt einfach wieder nach vorne schauen, wieder funktionieren oder endlich dankbar sein, dass sie es geschafft haben.
Auch nach dem Verlust eines geliebten Menschen, nach langer Trauer, nach mehreren belastenden Diagnosen hintereinander oder nach Phasen, in denen man über lange Zeit einfach nur funktioniert hat, zeigt der Körper oft sehr deutlich, dass etwas noch nicht verarbeitet ist, indem er mit Stagnation, körperlichen Beschwerden, zunehmender Erschöpfung oder dem Gefühl reagiert, trotz aller Bemühungen nicht mehr wirklich voranzukommen.
Heilung bedeutet deshalb nicht nur medizinische Versorgung, Therapien und körperliche Rehabilitation, sondern braucht ebenso sichere Beziehungen, emotionale Begleitung, Verständnis, Mitgefühl und vor allem Co-Regulation, weil ein überlastetes Nervensystem nicht durch Druck, Leistung oder ständiges „Du musst nur positiv denken“ zur Ruhe kommt, sondern durch Sicherheit, durch echte Verbindung und durch Menschen, die nicht nur die Diagnose sehen, sondern auch den Menschen dahinter.
Wir müssen endlich verstehen, dass Trauma nicht immer nur aus einem einzigen schlimmen Ereignis entsteht, sondern sehr oft genau dort beginnt, wo Menschen über lange Zeit Angst hatten, kämpfen mussten und innerlich alleine geblieben sind, obwohl medizinisch vielleicht alles getan wurde, und dass deshalb nicht nur behandelt, sondern auch begleitet werden muss, damit aus reinem Überleben irgendwann wieder echtes Leben werden kann.
Vortrag:
Trauma in der Pflege für Betroffene und Angehörige
Biofit Celle
Lüneburger Heerstrasse 77a, Celle
Wann: Im Oktober 2026
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